Egger et al. 2025: Die Rolle alpiner Moore als Kohlenstoffspeicher: Beispiel Platzertal
Alpine Moore spielen eine zentrale Rolle für die hydrologischen Funktionen von Gebirgsökosystemen und tragen zugleich zur Erhaltung einer hohen Biodiversität bei. Ihre Abhängigkeit von kühlen und feuchten Klimabedingungen macht sie besonders anfällig für den Klimawandel, insbesondere für steigende Temperaturen, abnehmende Niederschläge sowie für anthropogene Störungen. Darüber hinaus muss ihr Potenzial zur Kohlenstoffspeicherung in globale Klimamodelle integriert werden. Während die Kohlenstoffspeicherung von Mooren insgesamt intensiv erforscht wurde, blieben alpine Moore bisher weitgehend unbeachtet. Dies ist problematisch, da sie zwar deutlich kleinere Flächen als Mineralböden einnehmen, pro Flächeneinheit jedoch größere Mengen an Kohlenstoff speichern können. In Mitteleuropa sind rund 90 % der Moorflächen durch Torfabbau und Entwässerung zerstört worden; die verbliebenen intakten Moore liegen überwiegend im alpinen Hochgebirge. Diese alpinen Moore sind jedoch kaum erfasst und untersucht, was ein erhebliches Defizit darstellt. Im Rahmen unserer Studie wurden die Kohlenstoffvorräte im Platzertal, einem alpinen Hochtal auf 2.300 m Seehöhe in den Ötztaler Alpen (Tirol, Österreich), untersucht. Obwohl alpine Moore ökologisch bedeutsam sind und vielfältige Ökosystemleistungen erbringen, ist ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher im Vergleich zu den ausgedehnten borealen Mooren eher gering. Angesichts des Klimawandels könnte sich ihre Rolle als Kohlenstoffreservoir jedoch deutlich verändern.

Isabell Becker, Gregory Egger, Miriam Paul, Florian Betz
Abstract
We determined how the interaction between geomorphic processes and vegetation development enables tipping points in braided rivers. We performed vegetation monitoring and succession modelling on the restored Kleblach side channel at the Upper Drava River (Austria) to assess long-term trends in vegetation succession and landform development. Two alpine pioneer plant species, the German Tamarisk (Myricaria germanica) and the Dwarfbulrush (Typha minima), were used to assess the ecosystem consequences of succession. Vegetation rapidly developed on initially open sites; 14 years after restoration, approximately 60% of the study area was characterized by stable succession phases. Even a major flood event in the near future would not reduce the dense vegetation cover. This indicates that a stable, dense vegetation cover can lead to a permanent transition from a dynamic braided to a stable single-channel river without major morphological changes, which we interpret as “biogeomorphic tipping point”. The result is a significant reduction in the indicator species’ habitats, preventing them from maintaining a resilient population in the long term. Thus, maintaining process regimes with high hydro- and morphodynamics is critical for preserving the valuable braided river ecosystems. The idea of “biogeomorphic tipping points” contributes to the process-based conservation and restoration of braided rivers globally.

Das in Deutsch und Englisch erschienene Buch „Flüsse der Alpen“ bzw. „Rivers of the Alps“ bietet eine anschauliche und umfassende Dokumentation der vielfältigen Bedeutung der Alpenflüsse aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Mitherausgeber:
Dr. Gregory Egger
In dem Buch „Biodiversität der Flussauen Deutschlands“ wird untersucht, worin der Wert einer natürlichen Flussaue für die biologische Vielfalt besteht, wie die Entwicklung in naturfernen Auen verläuft und was man durch Renaturierungen erreichen kann.
Mitherausgeber:
Dr. Gregory Egger











